Kickern beim Kixx: Abschluss des Onboardings bei der Berufsschule
Heute mal auf Deutsch: Diese Woche hat der erste Berufsschulblock meiner Ausbilung begonnen. Zunächst ging es an Tag 1 und 2 mit dem generellen Onboarding los, also Schule kennenlernen, Geräte ins WLAN bringen etc. Der krönende Abschluss war ein Besuch beim Kixx in Hamburg-Altona, einem gemütlichen Tischkicker-Laden.
Ganz gemütlich ging es los um 9:45 Uhr. Treffpunkt der Klasse war vor dem Kixx, nahe der S-Bahn-Station Reeperbahn. Die Straße selbst ist etwas sonderbar. Direkt vor dem Tischkicker-Laden ist ein Markt, dessen Reklame über dem Eingang teilweise abgebrannt und verkohlt war. Baustellen haben die Straße gefüllt. Als wir ins Kixx reingegangen sind, war davon allerdings nur noch wenig zu spüren. Es ist ein sehr gemütliches, relativ kleines Lädchen mit einer Bar im Eingangsbereich. Weiter nach Hinten, am Ende eines schmalen Gangs ist der Hauptraum mit 11 oder 12 Tischkickern. Im Keller ist noch ein weiterer Raum: Hier gibt es nochmal 4 oder 5 Kicker, falls die Kicker oben nicht ausreichen – wie auch im Fall unseres BBS-Touniers mit etwa 50 Teilnehmer:innen, also allen Schüler:innen der 3 Bili-Klassen (Bili: Bilingual, also Deutsch+Englisch).
Los geht es mit etwas Aufwärmen: Jede:r spielt mit seinen Peers etwas hin und her, bis es dann losgeht. Unser Engel vom Kixx und heutiger Spielleiter erklärt die Regeln: Das Los entscheidet den ersten Anstoß; Anstoß im Mittelkreis; nach einem Tor gibt's Anstoß für das Team, welches das Tor kassiert hat; Das Spiel geht bis 7 Punkte; 6:6 bedeutet unentschieden etc. etc.
Nun erstmal in die Vorspiel-Runde: Wechselnde Partner, 10 Runden Vorspiel, keiner kann "rausfliegen", alle kommen weiter. Hier zeigte sich schon, dass es Schüler:innen gibt, die das Spiel sehr ernst nehmen, richtige Profis waren. Einige hatten ein Ballgefühl, das wirklich beeindruckend war. Andere wiederum haben zwar ihr Bestes gegeben, waren den blitzschnellen Bällen der Profis aber schutzlos ausgeliefert.
Ich zähle mich wohl eher zur letzteren Gruppe.
Das Ziel der Veranstaltung wurde insbesondere durch die Vorspiel-Runde auch gut erfüllt. Durch die ständig wechselnden Partner und immer neue Gegner haben sich viele einmal namentlich kennengelernt und konnten auch schon das Verhalten der eigenen Klassenkammerad:innen das erste mal richtig beobachten in einer Spielrunde: Wer ist ruhig und besonnen, wer sehr extrovertiert, wer hat sportliches Talent.
Die Ergebnisse der Spiele wurden mit der Software des Kixx dokumentiert und daraus eine Rangliste erstellt mit den stärksten Spieler:innen. Diese wurde danach zur Bildung fester Teams für die KO-Runde herangezogen. Wer am Ende der Vorspiele eine durchschnittliche Punktzahl von 0 hatte, war 10x im Verlierer-Team, bei 2 Punken immer im Gewinner-Team. Ich habe mich mit 0,9 Punken nach 10 Runden leicht unter dem Durchschnitt aufgehalten – damit gehe ich d'accord, ich bin nicht übermäßig zufrieden, aber das entspricht wohl meinen tatsächlichen Fähigkeiten.
Ab geht's in die KO-Runde: Mein nun fester Teampartner gehört klar zur besseren Hälfte der Spieler:innen. Zwar sagt er mir, es sei nicht schlimm, wenn wir schnell rausfliegen würden. Trotzdem habe ich den Anspruch, möglichst weit mit ihm zu kommen. Ich gebe also mein Bestes!
Die erste Runde schaffen wir locker. In der 2. fliegen wir raus. Ein Ergebnis, mit dem ich – wieder – einverstanden bin. Gehöre ich damit jetzt technisch gesehen nicht zur besseren Häfte?
Wie dem auch sei, es geht hier primär um den Spaßfaktor. Spaß hat die Veranstaltung definitiv bis hier gemacht. Jetzt, wo ich raus bin, gibt es noch mehr Zeit zum Socialisen. Ich kann in etwas tiefere Gespräche mit meinen Mitschüler:innen gehen, erfahre mehr darüber, wie sie in ihren Ausbildungen gelandet sind, was sie bereits können, was sie lernen wollen und wer sie persönlich sind. Zwar ist es eigentlich etwas zu laut für Unterhaltungen, interessant ist es aber nichts desto trotz. Vielleicht ist der persönliche Austausch das wichtigste und wertvollste des ganzen Tages!
Aber auch das Tischkicker-Tounier soll nicht vergessen werden. Spätestens im Halbfinale und Finale scharten sich große Menschentrauben um die Kicker-Tische und feuerten das Spiel an. Endergebnis: Das Team mit einem der Lehrer gewinnt das Tourner – Glückwunsch! Eine Herausforderung bleibt allerdings noch. Der Spielleiter, ein wahrer Experte – schließlich arbeitet er hier im Tischkicker-Club – geht ins 1 vs. 2 gegen das Gewinnerteam. Durch das intensive Match trotz ungleicher Spielerzahl zeigt sich: Eigentlich sind wir alle Amateure im Vergleich zu den Profis.
Noch eine spannende Notiz: Die Musik, die die ganze Zeit im Hintergrund gespielt wurde war mir, wie eigentlich der ganze Laden, sehr sympathisch! Regelmäßig habe ich gehört, dass Songs von Irie Revolté bzw. Mal Élevé gespielt wurden.
Aus diesem Vormittag nehme ich also mit: Mir gefällt das Kickern richtig. Es war ein sehr schöner Morgen, um seine Klassenmitglieder kennenzulernen und etwas über die eigenen Fähigkeiten, auch im Vergleich mit den anderen herauszufinden. Für 5€/Abend bzw. 20€/Monat kann man beim Kixx mitmachen. Es gibt regelmäßig Trainings und Tourniere, einmal im Jahr sogar welche mit hohem Preisgeld. Von der Teilnahme an großen Tournieren bin ich zwar noch sehr weit entfernt. Aber einen gelegentlichen Besuch im Club werde ich wohl einrichten müssen; der Tag war einfach zu gut!
Glücklicherweise gibt es auch bei mir im Ausbildungsbetrieb einen Kicker-Tisch, sodass ich auch dort hoffentlich noch etwas mehr üben kann. Vielleicht werde ich ja doch noch ein Spieler, der bei Matches auch mal eine durchschnittliche Siegeswahrscheinlichkeit von >50% hat. Und wenn nicht: Als Ort für's Socialising und Spaß haben hat sich das Kixx auf jeden Fall bewehrt!